28. March 2010

"Frechener Bäche — einst und jetzt" in den Geschäftsräumen des RMDZ auf der Gymnicher Mühle



Interessante Ausstellung des Frechener Geschichtsvereins

zu Umweltproblemen im 19. und 20. Jahrhundert

(V.S.)— Die Ausstellung "Die Frechener Bäche — einst und jetzt"  ist bereits am Eröffnungstag auf breites Interesse getroffen. Zur Vernissage in den Arbeitsräumen des Rheinischen Mühlen-Dokumentationszentrum (RMDZ) auf der Gymnicher Mühle kamen zahlreiche Kommunalpolitiker sowie Mitglieder des gastgebenden Mühlenverbandes Rhein-Erft-Rur.

Vor einem Rundgang durch die Wanderausstellung des Frechener Geschichtsvereins e.V. gab Vorstandsmitglied Volker H.W. Schüler in einem kurzweiligen Referat einen Überblick über die Umweltverhältnisse im 19. und 20. Jahrhundert. Dabei machte er vor allen Dingen deutlich, dass sich die lokale Situation in Frechen in den Jahrzehnten der Industrialisierung nicht wesentlich von den Verhältnissen unterscheidet, wie sie damals in fast jeder Kommune herrschten, deren Einwohner ihren Lebensunterhalt in den Braunkohlenbetrieben oder Steinzeug-Fabriken, später auch in der chemischen Industrie verdienten. Hier wurde die natürlich Vorflut — als solche werden die Bäche und kleinen Flüsse bezeichnet —  doppelt genutzt: die Trinkwasserversorgung für Mensch und Vieh zu gewährleisten, aber auch die Haus- und Gewerbeabfälle zu beseitigen. Dieser Widerspruch war erst mit dem Bau von Wasserwerken und Kläranlagen aufgelöst.

Besonders aufmerksam verfolgte die Gäste auch die Ausführungen über den langen Rechtsstreit zwischen den Gemeinden Frechen und Bachem sowie örtlichen Betrieben mit der Stadt Köln, die sich gegen die im Mündungsgebiet der Bäche sich ablagernde Schmutzfracht juristisch zur Wehr setzte. Außerdem kam es im Frühjahr bei der Schneeschmelze oder nach längeren Regenperioden mehrfach zu schweren Überschwemmungen, unter denen nicht nur die Bach-Anrainer zu leiden hatten. Die hygienischen Verhältnisse gaben immer wieder Anlass zu begründeter Sorge.

Die Ausstellung "Die Frechener Bäche — einst und jetzt" ist bis zum 24. Mai 2010, dem 'Deutschen Mühlentag', zu Gast auf der Gymnicher Mühle. Feste Öffnungszeiten sind nicht gegeben. Interessenten wenden sich an die Geschäftsstelle des RMDZ und vereinbaren telefonisch (vormittags 02271 / 83 4167, Frau Wenzeler) einen Besuchstermin. Die Führung durch Mitglieder des Frechener Geschichtsvereins dauert etwa eine Stunde.                                                                         

 

Foto: Wolfgang Glaser


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